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Chronik
der Schützengesellschaft Sprendlingen 1883 e.V. Das sind die ersten 125 Jahre der Schützengesellschaft Sprendlingen 1883 e.V.
Die Sprendlinger Schützengesellschaft wurde 1883 von 14 Sprendlinger Bürgern gegründet.Unser Dorf hatte damals ca. 2500 Einwohner, eine Schule und eine Kirche. Wasser holte man aus dem Born, Licht spendete die Petroleumlampe und an eine Kanalisation war noch lange nicht zu denken. Die meisten Arbeitnehmer fanden bei Firmen in Frankfurt und Offenbach eine Anstellung. Zu dieser Zeit gab es in Sprendlingen einige Handwerksbetriebe, mehrere Bauernhöfe, eine Holzhandlung und zwei Fabriken. Einer dieser Betriebe war die Wurstfabrik Heinrich Müller, Hersteller der bekannten Frankfurter Würstchen sowie die Sektkellerei Löffler, deren Spezialität Obstschaumweine waren. Der erste Schießstand befand sich in der Lehmgrube am Katzenpfad im Rod. Kurz darauf wurde der Stand in die Lehmgrube der Ziegelei Löffler auf der Rostadt verlegt. Aber schon 1886 hatten die Mitglieder soviel Geld eingebracht, daß am Lacheweg vereinseigener Grund und Boden erworben und die erste ständige "Schützenhütt" ihrer Bestimmung übergeben werden konnte. Aus diesem Anlass veranstalteten die Sprendlinger Schützen ihr erstes großes Preisschießen, bei dem für die damaligen Verhältnisse die beträchtliche Summe von 1013,40 Mark eingeschossen und für 687,05 Mark Preise angekauft wurden. Die erste "Schützenhütt" stand bis zum Abbruch im Jahre 1927. Nach Plänen des Frankfurter Architekten BaIser errichteten die Mitglieder ein neues Schützenhaus. Die Grundsteinlegung fand am 3. Juni 1928 statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg untersagten die Besatzungsmächte den Vereinen jegliche sportliche Betätigung. Aus diesem Grund mußte der Schießbetrieb eingestellt werden. Aufgrund der Kontrollrats- Proklamation Nr. 2 und des nachfolgenden Kontrollratsgesetzes Nr. 2 wurden alle militaristischen und nationalistischen Vereinigungen aufgelöst und deren Vermögen unter Sequester gestellt. Nach diesen Vorschriften sind aber weder der Deutsche Schützenbund noch einer seiner angegliederten Vereine aufgelöst worden. Man hatte erkannt, daß der Schießsport in Deutschland wie auch in anderen Teilen der Welt, keinen militärischen Charakter hat. Nach und nach wurde den Vereinen die Ausübung ihres Sportes wieder gestattet, auch den Schützenvereinen, jedoch mit der Einschränkung, daß nur Luftdruckwaffen verwendet werden durften. Trotz der für unsere Schützengesellschaft positiven Entwicklung enteignete die Hessische Landesregierung am 11. 2. 1949 unseren Verein, in dem sie die Auflassung unseres Grundstückes beim Amtsgericht veranlasste. Gleichzeitig bot die Hessische Regierung das Schützengelände zum Verkauf an. Gegen den widerrechtlichen Verwaltungsakt legte unser Vorstand, durch Jean gen. Hans Bratengeier, Einspruch beim Hessischen Finanzministerium ein. Unserem damaligen Bürgermeister Jakob Heil ist es hauptsächlich zu verdanken, daß die Verkaufsbemühungen des Landes Hessen zu keinem Erfolg führen. Trotz allem konnte Jakob Heil es nicht verhindern, daß unser Grundstück am 25. 4. 1951, durch Eintragung in das Grundbuch des Amtsgericht Langen, an das Land Hessen überging. Abschließend hatten die Bemühungen des Bürgermeisters und des Vorstandes doch noch Erfolg, unser Schützenhaus wurde im August 1953 an den Verein zurückgegeben. Im März 1952 gab sich die Schützengesellschaft eine neue Satzung und im darauffolgenden Jahr ging der 1. Vorsitz von Jean Bratengeier auf unseren heutigen Ehrenvorsitzenden Jean gen. Hans Bratengeier über. Durch das besondere Engagement des neuen Vorsitzenden und große finanzielle Opfer einzelner Mitglieder konnte die nach dem Krieg stark beschädigte, demontiere und geplünderte Schießanlage wieder instandgesetzt werden. Eine gründliche Erneuerung erfuhr die Anlage 1966 dadurch, daß neue Außenwände, Blenden und Wälle errichtet wurden. Im Zuge der Stadterweiterung hatte die Stadt Dreieich das Neubaugebiet nördlich der Odenwaldstraße erschlossen. In dieses Neubaugebiet fiel auch das vereinseigene Schützengelände am Lachew:eg. Die gesamte Schießanlage einschließlich des Schützenhauses wurde im November 1981 abgebrochen. Heute erinnert lediglich die noch von den alten Schützenbrüdern gepflanzte kleine Platanenallee an die ehemalige Schießanlage. Zum Bau eines neuen Schützenhauses wurde dem Verein von der Stadt Dreieich ein neues Gelände von ca. 2400 qm in der Rostadt in Erbbaurecht auf 99 Jahre zur Verfügung gestellt. Durch sehr strenge Umweltschutz - auflagen verzögerte sich die Baugenehmigung für die neue Schießanlage um mehr als ein Jahr. In der Zwischenzeit hatte sich der Verein bei der Schützengesellschaft 1560 e. V. Dreieichenhain eingemietet, und es können z. Z. nur noch in der Disziplin Sportpistole trainiert und Wettkämpfe bestritten werden. Der Schießbetrieb in den Disziplinen Luftgewehr, Luftpistole und Kleinkaliber- Dreistellungskampf muß vorübergehend eingestellt werden. Inzwischen ist dem Verein die Baugenehmigung für ein neues Schützenhaus erteilt worden. Die Schützengesellschaft wird einen modernen geschlossnen Stand errichten, der jegliche Lärmbelästigung ausschließt und aus 6 Kleinkaliber, 10 Sportpistolen und 8 Luftgewehrständen bestehen soll. Der erste Spatenstich für das neue Schützenhaus soll im Oktober 1983 erfolgen.
Das Vereinsgeschehen wird nicht allein durch die baulichen Gegebenheiten beeinflusst, sondern auch von gesellschaftlichen Aktivitäten und sportlichen Erfolgen, über die es noch zu berichten gilt.
Um die Jahrhundertwende erfolgte der Zusammenschluss der Schützengesellschaft mit dem Sprendlinger Flobert-Schützenverein. Vor dem Ersten Weltkrieg gehörte unsere Gesellschaft dem Mittelrheinischen Schützenverband an und nach dem Ersten Weltkrieg zu der neu gegründeten
Odenwälder Schützenvereinigung, die bis zum Zusammenschluss aller Verbände im Jahre 1935 bestand.
Die 14 Gründer der Schützengesellschaft 1883 e. V. Sprendlingen waren:
Joh. Schäfer, Zimmermeister Und so geht die Chronik der Schützengesellschaft Sprendlingen 1883 e. V. die nächsten 25 Jahre weiter. Die Einweihung des Schützenhauses und Inbetriebnahme fand am 19. und 20. Oktober 1984 statt. Zu dieser Zeit hatte die Schützengesellschaft Sprendlingen 54 Mitglieder. Bei der Einweihung waren zahlreiche Gäste aus Politik, vom Hessischen Schiessportverband, der Bürgermeister Hans Meudt, der auch die Festansprache hielt, sowie zahlreiche Abordnungen anderer Schützenvereine anwesend. Mit dem neuen Schützenhaus war ein ständiger Mitgliederzuwachs zu verzeichnen, was sich auch in zahlreichen sportlichen Erfolgen wie Hessen, Gau, und deutschen Meister- schaften niederschlug. Des Weiteren waren Sommerfeste, Königschiessen sowie Vereinsmeisterschaften Höhepunkte eines jeden Jahres. 1987 tritt die Schützengesellschaft neben dem Deutscher Schützenbund auch der Deutsche Schiessport Union bei, um so die schiesssportlichen Disziplinen für unsere Mitglieder zu erweitern. Für die neuen Disziplinen war ein Umbau und eine Änderung der Schießstandnutzung erforderlich. 1991 erfolgte der Beitritt zum Bund Deutsche Sportschützen, weil der Verein wegen Unstimmigkeiten mit dem damaligen DSU Verbandspräsidenten zwischenzeitlich aus dem Verband ausgetreten war. 1992 wurde der Sandkugelfang durch einen Kugelfang aus Polywall erneuert, leider hat er sich in der Praxis durch die wechselnden Temperaturen nicht bewährt. Im Musterstand der Polizei in Mannheim, den wir in Augenschein genommen hatten und dort hervorragend funktionierte herrschte eine gleichmäßige Temperatur was bei unseren Ständen nicht möglich ist . Anfang 1994 wurde der erste Kontakt geknüpft mit der korporativen Schützengilde Werneuchen von 1848 e.V. Im Juni 1994 vertrat der 1.Vorsitzende Karl Reiser die S.G. Sprendlingen bei der Fahnenweihe der Schützengilde Werneuchen und im gleichen Jahr besuchte uns eine Abordnung der Werneuchener beim 1. Westernfest der S.G. Sprendlingen. Diese Freundschaft mit jährlich wechselnden gegenseitigen Besuchen zwischen unseren Gesellschaften besteht noch heute und ist durch die zahlreichen Gastgeschenke, die sich im Gastraum befinden, dokumentiert. Der Ehrenpräsident Karl Reiser wurde am 06.09.2002 zum Ehrenmitglied der korporativen Schützengilde Werneuchen ernannt. 1994 zum 10 Jährigen Bestehen des Schützenhauses wurde das erste Westernfest ausgerichtet, mit Zeltstadt, Hobby bezogenen Verkaufständen, Life Musik, Squaredance, Pferde Reiten und Traditionskleidung konnten wir zahlreiche Gäste aus dem In und Ausland begrüßen. Das Westernfest wurde auch in den nach folgenden Jahren bis 2003 ausgerichtet. 1998 wurde das Gelände der Schützengesellschaft Sprendlingen um ca. 2500 qm über Erbpacht der Stadt Dreieich erweitert. Zweck dieser Erweiterung ist ein geplanter 100 m Stand. 2000. Wandel vom Vorstand zum Präsidium, Verabschiedung und Ernennung zum Ehrenpräsident von Karl Reiser nach 13 Jahren 1. Vorsitzender der Schützengesellschaft. 1. Präsident der Schützengesellschaft wurde Martin Werner der das Amt über Sieben Jahre Ausübte. 2006 erfolgte der Wiedereintritt in die DSU, da sich die Verbandstruktur zwischenzeitlich für die Bedürfnisse der Schützengesellschaft geändert hat. 2007 Start der Sanierungsarbeiten. 2008 hat die Schützengesellschaft Sprendlingen rund 250 Mitglieder davon sind 75% schießsportlich aktiv. Die Vereinsvorsitzenden waren:
August Lorey, Bürgermeister |